Indikation
Das Konzept der Indikation beschreibt eine medizinische Rechtfertigung. Sie verdeutlicht den Grund, warum eine bestimmte medizinische Maßnahme, wie beispielsweise eine Therapie oder Diagnose, durchgeführt wird. Die Indikationsstellung ist ein umfassender Prozess, der auf einer gründlichen Anamnese und körperlicher Untersuchung des Patienten basiert. Dabei müssen verschiedene Einflussfaktoren berücksichtigt werden, wie die Art und Schwere des Krankheitsbildes, die individuellen Bedürfnisse des Patienten und die möglichen Risiken der Behandlung. Lesen Sie jetzt weiter und erfahren Sie mehr über die Indikation in diesem Glossareintrag!
- Indikation – die rationale Grundlage ärztlichen Handelns
- Arten der Indikationen
- Ablauf einer Indikationsstellung

Indikation – die rationale Grundlage ärztlichen Handelns
Die Indikation – ein fachlich begründetes Urteil des behandelnden Arztes – ist eine notwendige Rationalisierung für die Durchführung von medizinischen Behandlungsmaßnahmen. Sie liegt vor, wenn der gesundheitliche Zustand eines Patienten ein Therapieverfahren oder diagnostische Untersuchung rechtfertigt oder notwendig macht. Eine gewissenhafte Indikationsstellung trägt zur Professionalität der Ärzteschaft bei, indem sie den Anspruch des Patienten auf sinnvolle Behandlung sichert. Die fundierte Rechtfertigung gewährleistet somit die fachliche und ethische Basis ärztlicher Behandlungsentscheidungen. Entsprechend existiert mit der Kontraindikation ein gegenteiliges Konzept, welches ein therapeutisches oder diagnostisches Verfahren verbietet. Mithilfe dieser Prinzipien soll sowohl eine medizinische Überversorgung als auch Unterversorgung verhindert werden.
Die Überzeugung, dass eine Maßnahme geeignet ist, beinhaltet eine Rücksichtnahme auf die individuelle Situation des Patienten, das Therapieziel und die bestehende Evidenz. Mit der medizinischen Indikation wird jedoch nur das Behandlungsangebot an den Patienten gerechtfertigt. Die tatsächliche Behandlung geschieht erst durch die Zustimmung des Patienten oder des Stellvertreters.
Arten der Indikation
Es gibt diverse Varianten an Indikationen, die anhand unterschiedlicher Kriterien eingeteilt werden. So kann man im Hinblick auf das Behandlungsziel zwischen symptomatischer und kausaler Indikation unterscheiden. Während Letzteres auf die Behandlung einer Ursache abzielt, geht es bei der symptomatischen Rechtfertigung um die Behandlung von Symptomen. Auf gleiche Weise tun sich unterschiedliche Indikationen auf, wenn es um den Anlass geht. Oft im Kontext von Schwangerschaftsabbrüchen benutzt, lässt sich hier die soziale, kriminologische, mütterliche oder kindliche Indikation abgrenzen.
Vor allem aber die Dringlichkeit ist ein häufig benutztes Kriterium, mit welchem das Konzept der Indikation aufgegliedert wird, wie in der folgenden Tabelle veranschaulicht:
Ablauf einer Indikationsstellung
Ob ein medizinisch indiziertes Behandlungsverfahren vorliegt, wird durch den Prozess der Indikationsstellung entschieden. Es handelt sich hierbei um einen iterativen Prozess, der eine Absprache zwischen Arzt und Patient erfordert. Er basiert auf wissenschaftlicher Evidenz, klinischer Erfahrung und den individuellen Gegebenheiten des Patienten. Die medizinische Indikation kommt dann zustande, sobald eine empirische, finale und letztlich kausale Begründung vorliegt. Dieser Vorgang beinhaltet folgende systematische Schritte:
- Anamnese und klinische Untersuchung: Der Arzt sammelt die Krankengeschichte des Patienten und führt eine gründliche körperliche Untersuchung durch. Dies umfasst die Feststellung von Symptomen, früheren Erkrankungen, Medikamenteneinnahmen und anderen medizinischen Informationen.
- Diagnostische Maßnahmen: Basierend auf der Anamnese und der klinischen Untersuchung werden weitere diagnostische Maßnahmen angeordnet. Dazu können Blutuntersuchungen, bildgebende Verfahren, wie beispielsweise Röntgenbilder, endoskopische Untersuchungen und andere Tests gehören.
- Befundbesprechung: Die Ergebnisse der diagnostischen Maßnahmen werden ausgewertet und im Kontext der klinischen Symptome sowie der Krankengeschichte des Patienten interpretiert.
- Therapieoptionen und Risiko-Nutzen-Abwägung: Der Arzt bewertet die verschiedenen möglichen Therapieoptionen. Dies umfasst die Überprüfung der Wirksamkeit, der möglichen Nebenwirkungen und Komplikationen sowie der individuellen Bedürfnisse und Präferenzen des Patienten.
- Gemeinsame Entscheidungsfindung: Der Arzt bespricht die Indikation und die möglichen Therapieoptionen mit dem Patienten. Dabei wird er über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Optionen aufgeklärt. Letztlich ist der Patientenwillen ausschlaggebend dafür, ob diese durchgeführt werden.
Quellen:
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